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Heizung

Pelletheizung im Altbau 2026: Lohnt sie sich noch – Förderung, Kosten, Realbeispiele

10 Min. LesezeitKaratay GmbH · Wiesbaden

Die Pelletheizung hat Konkurrenz durch Wärmepumpen. Wir zeigen, wann sie im Altbau dennoch die bessere Wahl ist – mit echten Kosten, Förderung und Betriebskostenvergleich.

Pelletheizung im Altbau: Eine Renaissance?

Lange galt die Wärmepumpe als alleinige Antwort auf das GEG. Doch 2026 erleben Pelletheizungen ein Comeback – nicht zuletzt, weil sie im unsanierten Altbau oft die praktischere Lösung sind. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich eine Pelletheizung im Altbau wirklich lohnt.

Was ist eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung verbrennt gepresste Holzpellets (6 mm Durchmesser) in einem automatisierten Kessel. Der Brennstoff ist ein reiner Holzreststoff aus Sägewerken – kein Chemie-Zusatz, nur gepresstes Holz.

CO₂-Bilanz: Holz wächst nach und bindet beim Wachsen CO₂. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft (PEFC/FSC-zertifiziert) gilt die Pelletheizung als CO₂-neutral. In der Praxis: ca. 50–80 g CO₂/kWh (inkl. Transport, Verarbeitung) – deutlich unter Gas (200+ g/kWh).

Warum im Altbau besonders?

Im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen (70–80 °C) stößt die Wärmepumpe an Effizienzgrenzen. Die Pelletheizung liefert problemlos hohe Vorlauftemperaturen – keine Heizkörper-Tauschpflicht.

Vorteile Pelletheizung im Altbau:

  • Hohe Vorlauftemperatur (bis 90 °C)
  • Kein Heizkörper-Tausch nötig
  • Auch für ungedämmte Gebäude geeignet
  • Wirkungsgrad 90+ % bei modernen Kesseln

Komponenten einer Pelletheizung

Pelletkessel: 15–60 kW, je nach Heizlast. Automatische Zündung, Lambdasonde-geregelt.

Lagerraum: Pellet-Silo (textil, flexibel oder massiv). Empfehlung: 3–5 Tonnen Vorrat (= 4–6 Monate Autonomie).

Fördertechnik: Schnecken- oder Saugluftförderung vom Silo zum Kessel.

Pufferspeicher: 500–1.500 l für optimierten Betrieb (verhindert Taktbetrieb).

Abgasanlage: Edelstahl-Schornstein oder Bestandsschornstein mit Sanierung.

Kosten: Was eine Pelletheizung im Altbau kostet

| Position | Kosten | |----------|--------| | Pelletkessel 25 kW | 8.000–12.000 € | | Pufferspeicher 1.000 l | 1.500–2.500 € | | Lagersystem (textil 4 t) | 1.500–3.000 € | | Fördertechnik | 1.000–2.500 € | | Schornsteinanpassung | 1.500–3.500 € | | Installation + Anschluss | 4.000–8.000 € | | Gesamt | 17.500–31.500 € |

Förderung 2026: Was springt heraus?

Pelletheizungen sind über BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) förderfähig – aber nur in bestimmten Szenarien:

BEG-Einzelmaßnahmen Heizung:

  • 30 % Basiszuschuss
  • +20 % Einkommensbonus (Einkommen < 40.000 €)
  • +20 % Klimageschwindigkeitsbonus (nur 2026, da Heizung vor Ablauf der Austauschpflicht 2028 installiert)
  • Max. 30.000 € förderfähige Kostenbasis

Förderhöhe: Bis zu 70 %, max. 21.000 € Zuschuss.

Voraussetzung: BEG-Antrag vor Beginn der Maßnahme; Kesselleistung ≤ 50 kW; Pellets mit ENplus/DINplus-Zertifikat.

Betriebskosten: Was kostet das Heizen mit Pellets?

Pelletpreis 2026: ca. 350–450 €/t (Schwankung je nach Jahreszeit und Liefermenge)

Heizwert: 4,8 kWh/kg = ca. 4800 kWh/t

Preis pro kWh: ca. 7–10 ct/kWh – konkurrenzfähig zu Gas (10–12 ct/kWh) und deutlich günstiger als Öl (11–15 ct/kWh).

Jahresbedarf EFH 150 m² Altbau: ca. 5–8 t Pellets = 1.800–3.600 €.

Stromkosten Förderung/Steuerung: 50–100 €/Jahr.

Wartung: 200–400 €/Jahr (Kesselreinigung + Schornsteinfeger).

Pelletheizung vs. Wärmepumpe im Altbau

| Kriterium | Pelletheizung | Wärmepumpe | |-----------|---------------|------------| | Investition | 17.500–31.500 € | 18.000–35.000 € | | Förderung | bis 21.000 € | bis 21.000 € (+20 % Klimageschwindigkeit) | | Vorlauftemperatur | bis 90 °C | 35–65 °C (effizient) | | Heizkörper-Tausch | Nein | Häufig ja | | Betriebskosten/Jahr | 2.500–4.000 € | 1.500–2.500 € | | CO₂-Emissionen | ~60 g/kWh | ~100 g/kWh (Strommix) | | Wartungsaufwand | Mittel-Hoch | Niedrig | | Lagerraum nötig | Ja (4–6 t) | Nein |

Fazit: Wärmepumpe bei gut dämmfähigem Altbau (kommende Sanierung); Pelletheizung bei unkritischem Bestand mit alten Heizkörpern, wenn Lagerraum vorhanden.

Realbeispiel: Altbau in Wiesbaden-Biebrich (Bj. 1958)

Ausgangslage: 160 m² Wohnfläche, alte Ölheizung, Heizlast 22 kW, Heizkörper (Bj. 1995), ungedämmtes Gebäude.

Wahl: Pelletheizung 25 kW + Pufferspeicher 1.000 l + textil-Silo 5 t.

Investition: 24.500 € BEG-Zuschuss (50 %): -12.250 € Netto: 12.250 €

Jährliche Ersparnis (Öl → Pellets): ca. 1.500 € Amortisation: 8 Jahre

Häufige Fragen zur Pelletheizung im Altbau

Brauche ich einen Lagerraum? Ja, 4–6 t Pellets entsprechen ca. 8–10 m³ Lagerraum. Alternative: Lagertank aus Vlies (flexibel) im Keller.

Wie oft muss ich Pellets nachbestellen? 1–3× pro Jahr, je nach Lagervolumen und Verbrauch. Lieferung als Sack (25 kg), BigBag (1 t) oder als Silo-Lieferung.

Ist der Schornsteinfeger-Betrieb bei Pelletheizungen stärker? Ja, 2× jährlich (statt 1× bei Gas). Kosten: 150–250 €/Jahr.

Karatay GmbH – Planung und Installation von Pelletheizungen in Wiesbadener Altbauten. Jetzt Beratung: +49 611 531 688 66

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