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Gas

Gasgeruch im Haus: Was sofort zu tun ist – und was keinesfalls

7 Min. LesezeitKaratay GmbH · Wiesbaden

Gasgeruch ist ein Notfall. Wir erklären die richtigen Sofortmaßnahmen, häufige Fehler (die Leben kosten können) und wie Sie Ihr Zuhause dauerhaft absichern.

Gasgeruch: Das müssen Sie sofort tun

Gasgeruch im Haus ist ein echter Notfall. Gas (Erdgas oder Flüssiggas) ist in bestimmten Konzentrationen explosiv und kann bei falschen Reaktionen zu einer Katastrophe führen. Gleichzeitig sterben in Deutschland jedes Jahr Menschen, weil sie beim Gasgeruch falsch reagieren. Dieser Ratgeber kann Leben retten.

Sofortmaßnahmen bei Gasgeruch – in dieser Reihenfolge

1. Kein Licht, kein Feuer, kein elektrisches Gerät

Das Wichtigste überhaupt: Betätigen Sie keinen Lichtschalter, zünden Sie kein Feuer, benutzen Sie kein Handy im Gebäude, drücken Sie nicht auf die Klingel. Kleinste elektrische Funken können das Gasgemisch entzünden.

2. Fenster und Türen öffnen (Durchlüften)

Öffnen Sie sofort alle Fenster und Türen, um das Gasgemisch zu verdünnen. Gas ist leichter als Luft (Erdgas) oder schwerer (Propan/Butan) – je nach Gastyp sammelt es sich an der Decke oder am Boden.

3. Gasabsperrhahn zudrehen

Den Hauptabsperrhahn vor der Gaszähler-Anlage (meist im Keller oder im Hauswirtschaftsraum) zudrehen. Er hat eine rote oder gelbe Griffleiste: quer zur Leitung = geschlossen.

4. Gebäude verlassen

Verlassen Sie das Gebäude sofort und sicher. Nehmen Sie keine Wertgegenstände mit, wenn es zeitraubend ist.

5. Von außen Feuerwehr/Gasversorger anrufen

Erst wenn Sie draußen sind: Feuerwehr (112) und Ihren Gasversorger (Wiesbaden: Stadtwerke Wiesbaden, Rufnummer auf der Rechnung) anrufen.

Warten Sie auf das Gebäude der Feuerwehr und informieren Sie sie über den Fundort des Geruchs.

Was Sie auf KEINEN FALL tun dürfen

❌ Lichtschalter betätigen (Funke!) ❌ Elektrische Geräte ein- oder ausschalten ❌ Mobil/Festnetztelefon im Haus benutzen ❌ Klingel drücken (elektrisch!) ❌ Auf der Suche nach der Leckstelle Feuer oder Feuerzeug benutzen ❌ Das Gebäude ohne Lüften absperren (Druck steigt) ❌ Aufzug benutzen

Häufige Ursachen für Gaslecks

Defekte Gasanschlussschläuche: Besonders bei Herd und Gasgeräten. Gummischläuche altern, werden spröde und undicht. Gasschläuche sollten alle 5–10 Jahre durch einen Fachbetrieb geprüft werden.

Korrodierte Gasleitungen: In älteren Gebäuden können Stahlleitungen durch Feuchtigkeit korrodieren.

Fehlerhafte Gashahndichtungen: An Gasherden oder Gasthermen.

Defekte Brenner: Bei Gasthermen, die nicht richtig zünden.

Unsachgemäße Installation: Wenn Gasgeräte ohne Fachbetrieb angeschlossen wurden.

Gasgeruch vs. andere Gerüche

Erdgas hat von Natur aus keinen Geruch. Dem Gas wird ein Warnstoff (Mercaptan) beigemischt, der nach faulen Eiern oder Kohl riecht. Dieser ist in sehr kleinen Konzentrationen wahrnehmbar – bewusst, damit Menschen Lecks erkennen.

Propan/Butan (Flüssiggas): Ähnlicher Geruch. Sammelt sich am Boden (schwerer als Luft) – besonders gefährlich in Kellern.

Abgase vs. Gasgeruch: Verbrennungsgase (CO, CO₂) von Heizungen sind in kleinen Mengen geruchlos – daher besonders gefährlich. Kohlenmonoxidmelder sind Pflicht!

Präventive Maßnahmen: So schützen Sie sich dauerhaft

Gasgerätewartung

Alle Gasgeräte (Heizung, Therme, Gasherd) sollten jährlich gewartet werden. Dabei prüft der Fachbetrieb auch die Dichtheit aller Verbindungen und den Zustand der Schläuche.

Gasdetektoren (Gasmelder)

Gasmelder können Gaskonzentrationen weit unter der Explosionsgrenze erkennen und Alarm schlagen. Besonders empfehlenswert für Haushalte mit älteren Gasleitungen oder Gasherden.

Kosten: 30–100 € pro Gerät. Installation: wenige Minuten.

Kohlenmonoxidmelder (CO-Melder)

CO ist das tatsächlich häufigste tödliche Gas im Haushalt – und komplett geruchlos. Undichte Heizungen, defekte Kaminanschlüsse oder rückströmende Abgase können CO freisetzen.

In Deutschland empfohlen, in vielen Bundesländern für bestimmte Gebäude vorgeschrieben.

Regelmäßige Gasleitungsprüfung

Wir empfehlen eine Dichtigkeitsprüfung der Gasinstallation alle 5–10 Jahre durch einen Fachbetrieb – insbesondere in Gebäuden, die älter als 30 Jahre sind.

Häufige Fragen zu Gasgeruch und Gasleck

Ich rieche leichten Gasgeruch, bin aber unsicher. Was tun? Leichter Gasgeruch ernst nehmen. Sofort lüften, Gashahn schließen, Gebäude verlassen und Gasversorger anrufen. Lieber einmal zuviel gerufen als zuwenig.

Darf ich das Haus nach einem Gasleck wieder betreten? Nur nach Freigabe durch Feuerwehr oder Gasversorger. Die Spezialisten messen die Gaskonzentration und bestätigen, wann es sicher ist.

Wer ist für die Reparatur zuständig? Die Reparatur von Gasleitungen und -geräten darf ausschließlich ein konzessionierter Gas-Fachbetrieb (DVGW-konzessioniert) durchführen. Karatay GmbH ist DVGW-zertifiziert.

Was kostet eine Dichtigkeitsprüfung? Für ein Einfamilienhaus: 80–200 € inkl. Protokoll. Im Rahmen einer Heizungswartung oft günstiger oder inklusive.

Karatay GmbH – DVGW-zertifizierter Gas-Fachbetrieb in Wiesbaden. Gas-Notdienst für Bestandskunden: +49 611 531 688 66

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