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Innenausbau

Barrierefreier Umbau der Wohnung: Was kostet was – und welche Förderungen gibt es 2025?

9 Min. LesezeitKaratay GmbH · Wiesbaden

Ob Sturzvermeidung, breitere Türen oder ebenerdige Dusche – barrierefreier Umbau verbessert die Lebensqualität enorm. Wir zeigen die wichtigsten Maßnahmen, Kosten und Fördertöpfe.

Barrierefreier Umbau: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Sturzunfälle zuhause sind eine der häufigsten Unfallursachen bei Menschen über 65 – und die meisten passieren im eigenen Badezimmer. Ein barrierefreier Umbau schützt nicht nur ältere Menschen: Er wertet die Immobilie auf, erhöht den Wohnkomfort für jeden und ist dank attraktiver Förderprogramme oft günstiger als gedacht.

Die wichtigsten Maßnahmen und ihre Kosten

1. Bodengleiche Dusche (Duschwannenausbau)

Die meistgefragte Einzelmaßnahme: Raus mit der hohen Duschwanne, rein mit dem ebenerdigen Duschplatz.

Was notwendig ist:

  • Bodenabsenkung (Kernbohrung + neuer Ablauf)
  • Neue Wannenunterkonstruktion oder Trockenbau-Duschkörper
  • Verbundabdichtung nach DIN 18534
  • Fliesenarbeiten

Kosten: 2.500–5.500 € (je nach Größe, Bodenbeschaffenheit, Fliesenpreis)

KfW-Förderung (Programm 455-B): Bis zu 4.000 € Zuschuss pro Maßnahme möglich – Antrag vor Beginn stellen!

2. Haltegriffe und Stützgriffe

Unterschätzte Maßnahme mit großer Wirkung: Haltegriffe an Dusche, WC und Badewanne reduzieren das Sturzrisiko erheblich.

Kosten: 200–800 € (je nach Anzahl und Modell, inkl. Montage)

Wichtig: Wanddübel müssen tragfähig sein – im Trockenbau spezielle Schwerlastrohre oder Wandverstärkungen nötig.

3. Türverbreiterung

Standardtüren (60–80 cm) sind für Rollstuhl oder Rollator zu eng. Barrierefreie Norm: mind. 90 cm Durchgangsbreite.

Maßnahme: Türrahmen verbreitern (Mauerwerk stemmen oder Trockenbau anpassen), neue Zarge und Tür einbauen.

Kosten: 800–2.500 € pro Tür (inkl. Mauerwerksarbeiten)

Tipp: Bei gleichzeitiger Badsanierung kombinieren – deutlich günstiger.

4. Schwellenlose Übergänge

Türschwellen und Absätze zwischen Räumen sind Stolperfallen. Bodennivelliermasse oder Rampenprofile schaffen barrierefreie Übergänge.

Kosten: 50–200 € pro Übergang (Eigenleistung möglich).

5. Treppenlift oder Plattformlift

Bei Wohnungen mit Treppen intern: Ein Treppenlift ermöglicht die Nutzung beider Etagen.

Kosten Treppenlift gerade Treppe: 3.000–6.000 € Kosten Treppenlift Kurventreppe: 8.000–18.000 € Plattformlift (außen/innen): 6.000–15.000 €

Pflegeversicherung (§ 40 SGB XI): Bis zu 4.000 € Zuschuss, wenn Pflegegrad vorhanden.

6. Unterfahrbarer Waschtisch

Rollstuhlgerechter Waschtisch: Unterseite frei (keine Abläufe, keine Schränke direkt darunter), Armatur mit Einhandbedienung.

Kosten: 400–1.200 € (Waschtisch + Montage, ohne Sanitärinstallation)

Förderprogramme 2025 im Überblick

| Fördergeber | Programm | Was wird gefördert | Max. Zuschuss | |-------------|----------|-------------------|---------------| | KfW | 455-B | Wohnraumanpassung (barrierereduzierend) | 6.250 € (25 % von max. 25.000 €) | | Pflegeversicherung | § 40 SGB XI | Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (mit Pflegegrad) | 4.000 € | | Landesförderung Hessen | Wohnungsbauförderung | Barrierefreier Umbau Mietwohnungen | Variabel, Beratung erforderlich | | Kommunal (Wiesbaden) | Wohnberatung | Zuschüsse und Darlehen | Einzelfallprüfung |

Wichtig: Alle Anträge vor Baubeginn stellen – nachträgliche Förderung ist nicht möglich!

Kombination mehrerer Maßnahmen: Synergie nutzen

Wer mehrere Maßnahmen gleichzeitig durchführt, spart erheblich:

Beispiel Komplett-Umbau Bad (barrierefrei):

  • Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Waschtisch-Umbau, Türverbreiterung, Bodenbelag

Kosten ohne Maßnahmen-Kombination: 7.000–14.000 € Mit Kombination und einem Handwerker: 6.000–11.000 € Abzgl. KfW + Pflegeversicherung (bei Pflegegrad 1+): bis zu 8.000 € Förderung Effektiver Eigenanteil: ab ca. 3.000 €

Häufige Fragen zum barrierefreien Umbau

Muss ich einen Pflegegrad haben, um Förderung zu bekommen? KfW 455-B: Nein, kein Pflegegrad nötig. Pflegeversicherung (§ 40): Ja, mind. Pflegegrad 1 erforderlich.

Kann ich als Mieter barrierefreie Umbauten vornehmen? Ja, mit Zustimmung des Vermieters. Dieser darf die Zustimmung nicht grundlos verweigern (§ 554 BGB). Bei Auszug: Rückbau auf Wunsch des Vermieters möglich.

Wie lange dauert ein Badumbau barrierefrei? In der Regel 5–10 Werktage für Dusche + Haltegriffe + kleine Anpassungen. Komplettsanierung mit Türverbreiterung: 2–3 Wochen.

Karatay GmbH – Barrierefreie Badsanierungen und Umbauten in Wiesbaden. Kostenlose Beratung: +49 611 531 688 66

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