Grundsätzlich handelt es sich bei Wärmepumpen um eine Art Kühlschrank, der umgekehrt funktioniert: Der Umgebung wird Wärme entzogen und stattdessen an die Heizkörper im Haus abgegeben – wie beispielsweise an die Fußbodenheizung im Badezimmer oder an einen Heizkörper im Wohnzimmer. Die Heizung arbeitet dabei zwar mit Strom, jedoch besteht die aus der Wärmepumpe gewonnene Wärme nur zu einem Viertel aus normaler elektrischer Energie. Zudem lässt sich sogar CO2-neutral heizen, wenn man einen Ökostromanbieter wählt.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe nutzt diverse natürliche Wärmequellen für ihren Betrieb – das können die Erde, Wasser oder auch Luft sein und kommt auf die lokalen Voraussetzungen an.
Wärme kann zudem entweder über ein Raumlüftungs- oder Heizkörpersystem zugeführt werden.
Immer mehr Energieversorger bieten ihren Kunden für Wärmepumpen spezielle Tarife an. Sinn macht der Einbau allerdings nur in Gebäuden, die gut gedämmt sind – das sind heutzutage vor allem Passiv- und Niedrigenergiehäuser, die über eine Fußbodenheizung verfügen.
Betreibt man darüber hinaus noch eine Photovoltaikanlage, so lässt sich durchaus eine Art kleines “Heimkraftwerk” schaffen, mit dem ein großer Teil des Stroms selbst bereitgestellt wird.

Fördermöglichkeiten für eine Luftwärmepumpe und andere Wärmepumpen

Es gibt die Möglichkeit, Wärmepumpen, wie zum Beispiel eine Luftwärmepumpe oder eine Erdwärme Erdwärmepumpe über das BAFA fördern zu lassen, so dass Bauherren hier deutlich Geld sparen können. Wichtig ist dennoch, sich frühzeitig darüber zu informieren, ob die gewünschte Variante der Wärmepumpe auch wirklich förderberechtigt ist – denn hier gibt es Unterschiede. Sollen Wärmepumpen privat genutzt werden, muss der Förderantrag spätestens neun Monate nach der Inbetriebnahme eingereicht werden. Das BAFA benötigt hierfür eine Rechnungskopie sowie eine Erklärung des zuständigen Fachbetriebs.

Luftwärmepumpe & Co. – die verschiedenen Arten der Wärmepumpe im Überblick

Es gibt unterschiedliche Varianten der Wärmepumpe, die wir Ihnen im Folgenden näher erklären.

Die sogenannte Luftwärmepumpe ist nur dann sinnvoll, wenn sich im Haus eine Lüftungsanlage befindet. Sie holt sich Wärmeenergie aus der Abluft, um damit frische Luft aufzuheizen. Man nennt diese Wärmepumpe daher auch häufig “Lüftungswärmepumpe”. Zum Einsatz kommt sie in der Regel nur in Passivhäusern.

Die zweite Variante ist die Luft Wasser Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft Energie und führt sie anschließend dem Heizsystem zu. Der Vorteil ist, dass sich dadurch eine schnelle Inbetriebnahme realisieren lässt. Zudem sind diese Wärmepumpen günstig und benötigen keine Genehmigung oder spezielle bauliche Voraussetzungen. Die Effizienz der Luft Wasser Wärmepumpe hält sich allerdings in Grenzen, da sie von der Außentemperatur abhängt. Hier wären Wasser-Wasser- oder Sole-Wasser-Pumpen die sinnvollere Lösung.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe wird auch als Erdwärme Erdwärmepumpe bezeichnet und unterteilt sich noch einmal in zwei Unterkategorien. Einerseits lässt sich eine Erdsonde, die sich bis zu 100 m tief in der Erde befindet, nutzen, um eine große Menge an Energie mit hoher Temperatur aus der Erde zu entnehmen. Der Einbau bzw. die Bohrung für eine solche Erdsonde für die Erdwärme Erdwärmepumpe ist allerdings mit hohen Kosten verbunden.

Die zweite Möglichkeit für die Erdwärme Erdwärmepumpe ist, Flächenkollektoren zu nutzen, die sich etwa in 0,5 bis 1,5 m tiefe im Boden befinden. Sie erfordern jedoch eine große Fläche, damit der erforderliche Energiebedarf überhaupt gedeckt werden kann.

Eine Wasser-Wasser Wärmepumpen nutzt die Energie eines Wasserreservoirs, um das Heizsystem damit anzutreiben. Meistens handelt es sich dabei um das Grundwasser, welches das ganze Jahr über eine größtenteils gleichbleibende Temperatur aufweist.
Als Alternative bietet sich hier zudem die Eisheizung oder auch die Nutzung des Abwassersystems an – diese Produkte sind allerdings noch relativ neu auf dem Markt.

Die Vorteile und Nachteile einer Wärmepumpe

Jede Variante der Wärmepumpe, wie zum Beispiel die Luftwärmepumpe, hat ihre individuellen Vorteile und Nachteile.
So ist bei der Luft Wasser Wärmepumpe zum Beispiel anzumerken, dass sie zwar sehr preiswert ist, aber dennoch nur eine geringe Jahresarbeitszahl erreicht, weil sie bei Kälte nur mäßig effizient arbeitet. Eine Förderung findet zudem erst ab einem
Jahresarbeitswert von 3,5 statt. Noch ein Nachteil ist, dass die Luft Wasser Wärmepumpe große Luftmengen braucht, um betrieben werden zu können – allerdings ist deren Wärmekapazität um einiges geringer als jene des Erdreichs oder des Wassers. Die Luft Wasser Wärmepumpe gilt zudem häufig als eine der geräuschintensivsten Varianten, welche für viele Hausbesitzer störend sein kann.

Bei der Erdwärme Erdwärmepumpe ist es natürlich ein großes Plus, dass sie schon ab 0 °C Umgebungstemperatur effizient arbeiten können. Deshalb werden die Heizschlangen im Boden unter der Frostgrenze in etwa 50 cm Tiefe verlegt. Wenn das Grundstück nicht groß genug ist, muss stattdessen für die Bei der Erdwärme Erdwärmepumpe in die Tiefe gebohrt werden, damit eine Erdsonde verlegt werden kann – dies kann schnell teuer werden und ist daher nicht für jeden Bauherrn eine Lösung.

Zu guter Letzt sollte auch die Wasser-Wasser-Wärmepumpe genauer unter die Lupe genommen werden: Sie nutzen die Wärme im Grundwasser in der Regel mit der Hilfe von Schluck- und Saugbrunnen. Aus diesem Grund ist eine Genehmigung der Gemeinde erforderlich – diese ist mit Kosten verbunden, die einkalkuliert werden müssen.

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